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Mediale Inszenierungen von Sexualität und Großstadt um 1900

von Esther Sabelus

Die Verführung oder gewaltsame Entführung von jungen Frauen zum Zweck der Prostitution wurde um 1900 zu einem der populärsten Themen der Massenkultur. Dieses Buch folgt der Figur der weißen Sklavin und den Erzählungen über den internationalen Mädchenhandel durch Spielfilme, Romane, Groschenheftchen und Zeitungsartikel. Es beleuchtet die Frage, welcher soziale Hintergrund die Popularität dieses Phänomens begründete, das sich in Polizeiakten ebenso dokumentiert findet wie in der Reformliteratur der Frauenbewegung. In ihrer kulturgeschichtlichen Analyse zeigt die Autorin, wie die Verbindung von Sex and the City – von Sexualität und Großstadt – zu einem kulturellen Topos wurde, der über die tatsächlichen Verbrechen hinausweist. In der Erzählung über die Gefahr, als unschuldiges Mädchen vom Lande in der Großstadt entführt zu werden, stecken Themen und Ängste jener Zeit: das Unbehagen an den Veränderungen des modernen Lebens, die Erfahrung der Anonymität in einer sich globalisierenden Millionenstadt sowie die berufliche und sexuelle Emanzipation der Frau.

»Der Autorin gelingt es, diese Dimensionen anhand zahlreicher Quellen detailreich zu erhellen und zu einem anschaulichen Gesamtbild zusammenzuführen.«

DER TAGESSPIEGEL, 11.10.2008

 

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