Grenzen ziehen, erfahren, überschreiten

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Neuerscheinung: Grenzen aus kulturwissenschaftlichen Perspektiven

Herausgegeben von Jacques Picard, Silvy Chakkalakal und Silke Andris

 

Seit der sogenannten Flüchtlingskrise haben Grenzen in den Medien Konjunktur. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über verschärfte Grenzkontrollen, grenzsichernde Gesetzesänderungen oder Grenzorte wie Aufnahmelager und Flüchtlingsunterkünfte berichtet wird. Eines wird dabei sehr deutlich: Grenzen sind immer auch Zonen des Übergangs, die von widerstreitenden Verhandlungs- und Vermittlungsprozessen begleitet werden.

Der Sammelband »Grenzen aus kulturwissenschaftlichen Perspektiven« eröffnet ein kulturell-symbolisch-materielles Verständnis von Grenze als gesellschaftlicher Ordnungsgröße, sozialer Praxis und diskursiver Konstruktion. Die darin versammelten Beiträge behandeln das Thema Grenze als politisches, materielles, aber auch als soziales und kulturelles Phänomen. Sie widmen sich kulturellen Praktiken der Grenzziehung ebenso wie individuellen Grenz­erfahrungen und -überschreitungen. Kultur als Ganzes erscheint in diesem Sinne als ein System, das durch Grenzziehungen im Imaginären von Gesellschaften konstituiert wird.

 

Grenzen aus kulturwissenschaftlichen Perspektiven

Mehr über dieses Buch

Panama Verlag 2016
360 S., Broschur, 15,5 x 23 cm
ISBN 978-3-938714-38-6
24,90 € (D), 25,90 € (A), 34,90 sFr

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Inhalt

Jacques Picard, Silvy Chakkalakal, Silke Andris:
Trennlinien, Überschreitungen, Verschiebungen. 16 kulturanthropologische Vorlesungen über Grenzen

Jacques Picard:
Aufrichten, Verneinen, Träumen, Übersetzen. Kultur als Akt und Denkfigur der Unterscheidung und Vermittlung

Silvy Chakkalakal:
Grenzgänger_innen. Von der kulturellen Maskerade bis zum »Going native«

Sabine Eggmann:
Kultur und ihre Grenzen. Begriffe, Konzeptionen, Konsequenzen

Konrad Kuhn:
Die dunkle Seite des Kulturerbes. Grenzziehungen und Ausschlussmechanismen in Bräuchen und Ritualen

Silke Andris:
Die Kontinuität der Zäsuren. Der Erbenprozess und der Streit um das Kulturerbe

Thomas Schärer:
Die Kamera als Trenn- und Schnittstelle. Die Beziehung zwischen Filmenden/Anthropolog_innen und Gefilmten/Ethnografierten

Flavia Caviezel, Ina Dietzsch, Brigitte Lustenberger:
Arbeiten an den Grenzen. Reflexionen über ein interdisziplinäres Lehr- und Lernprojekt zwischen Kunst und Kulturanthropologie im trinationalen Raum

Sibylle Künzler:
Vom Territorium zum Dérive durch digitale Topologie.Grenzziehungen, -verschiebungen und -auflösungen in der kulturwissenschaftlichen Raumforschung und am Beispiel Google Maps

Avital Binah-Pollak:
Grenzüberschreitungen und Transformationen der Grenze zwischen Hongkong und Festlandchina

Marlene Paulin Kristensen:
Hochspannungsleitungen, Abfallcontainer und »eine gute Nase haben«. Alltagspraktiken der staatlichen Grenzkontrolle an der dänisch-deutschen Grenze

Andreas Hackl:
Palästinenser_innen in Tel Aviv. Grenzziehungen und Grenzbrüche in der Stadt der »Anderen«

Katharina Eisch-Angus:
Grenze, Gedächtnis und die Uhrenpuppen zu Prag. Semiotische Grenzziehungen auf ethnografischen Forschungswegen

Walter Leimgruber:
Die Tücken der Entgrenzung. Migration und Migrationsforschung vor neuen Herausforderungen

Julian Genner:
Wenn Grenzen Grenzen überschreiten. Vom Nackt- zum Sicherheitsscanner

Daniel Kunzelmann:
Liquid Democracy Revised. Wie soziale Medien und Code die Grenzen politischer Räume reorganisieren

Michel Massmünster:
»Die Nacht ist mein, der Tag ist dein!« Grenzaushandlungen bei der Konstitution von Nacht

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