Filmpreis für Ina Merkel

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»Kapitulation im Kino« wurde mit dem Willy Haas-Preis ausgezeichnet

Kino mit SitzreihenWährend sich die Berlinale langsam ihrem Höhepunkt nähert und weiter darüber spekuliert wird, wer in diesem Jahr wohl den Goldenen Bären erhält, hat eine Autorin des Panama Verlags ihren Filmpreis bereits mit nach Hause nehmen dürfen: Ina Merkel wurde Ende letzten Jahres im Rahmen des XIII. Internationalen Festivals des deutschen Film-Erbes in Hamburg der Willy Haas-Preis für ihr Buch »Kapitulation im Kino« verliehen. Mit diesem nach dem Literaten, Filmkritiker und Drehbuchautor Willy Haas benannten Preis werden bedeutende internationale Publikationen zum deutschsprachigen Film beziehungsweise zum Film in Deutschland in den Kategorien Buch und DVD ausgezeichnet. Von der unabhängigen internationalen Jury wurde der originelle Ansatz des Buches gelobt danach zu fragen, »ob es 1945 neben der militärischen auch eine kulturelle Kapitulation gegeben hat«. In der Begründung heißt es weiter:

»Insgesamt ist Merkel eine Mikrostudie gelungen, die bei aller akademischen Akkuratesse angenehm zu lesen ist.«

»Kapitulation im Kino. Zur Kultur der Besatzungsmächte im Jahr 1945« erzählt die Geschichte, wie nur wenige Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Alliierten begannen, in ihren Besatzungszonen die Kinos wieder zu eröffnen und der deutschen Bevölkerung Filme vorzuführen. Auf den ersten Blick mag es verwundern, was die Besatzungsmächte dazu bewogen haben mag, inmitten einer Trümmerlandschaft und Mangelwirtschaft zu versuchen, die verstockten Deutschen zu unterhalten, sie gar zum Lachen zu bringen. Das Buch beschreibt auf anschauliche Weise, wie die Alliierten Filme dafür nutzten, ihre politischen Intentionen, ihre Kultur und ihre Zukunftsvisionen den Deutschen anschaulich zu vermitteln.

Trotz der kulturellen Fremdheit, der politischen Feindschaft, der moralischen Anklage entstand im Kino unwillkürlich eine Nähe zwischen Siegern und Besiegten, die so nicht intendiert gewesen war. Diesen Prozess der Annäherung zeichnet Ina Merkel in »Kapitulation im Kino« nach und erzählt so die Geschichte Nachkriegsdeutschlands aus einer ganz neuen Perspektive.

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