Neues aus der Stadtforschung

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Neuerscheinung zum Thema Stadtforschung: »Urbane Aushandlungen. Die Stadt als Aktionsraum«


Herausgegeben von
Wolfgang Kaschuba, Dominik Kleinen und Cornelia Kühn

 

Das Urbane liegt im Trend. Die Stadt wird von verschiedenen Akteuren als Handlungsraum neu entdeckt, erforscht und erkundet. Sie hat jedoch nicht nur als Gegenstand der Stadtforschung Konjunktur, sondern auch als Referenzpunkt verschiedenster politischer wie zivilgesellschaftlicher Diskurse. Dabei ist zu beobachten, dass es in diesen Diskursen weniger um die Stadt als einen spezifischen Ort geht, der sich durch architektonische, historische oder funktionale Merkmale von anderen Städten unterscheidet. Vielmehr wird dabei ganz grundsätzlich das Städtische an sich thematisiert. Mit dem synonym verwendeten Begriff der Urbanität wird das Städtische in einem atmosphärischen und ästhetischen Sinne als Lebensstil und Lebensgefühl beschrieben, das Gestaltungsfreiräume und Kreativität betont. Urbanität steht für einen neuen Modus des Lebens und Arbeitens, der sich bewusst von einer lokal verankerten und oft als provinziell wahrgenommenen Lebensweise abgrenzen will. Die Stadt wird damit zum konkreten wie auch symbolischen Ort der Moderne.

Diese Entwicklungen greift nun der Band »Urbane Aushandlungen. Die Stadt als Aktionsraum« auf. Die darin versammelten Beiträge aus der aktuellen ethnografischen und interdisziplinären Stadtforschung zeigen, wie urbane Räume auf Geschichte verweisen und zugleich – als Zentren sozialer Bewegung und als Bühnen performativer Praktiken – gefüllt sind mit Entwürfen für die Zukunft. Urbanität nimmt hierbei eine imaginäre Qualität an, die als Projektionsfläche zwar eng an den Stadtraum und seine Praktiken gebunden ist, aber ebenso weit über ihn hinausgeht. Die in diesem Buch vorgestellten Ansätze machen das Spannungsverhältnis zwischen Materialität und Imagination beschreibbar.

Urbane Aushandlungen. Die Stadt als Aktionsraum

Mehr über dieses Buch

Panama Verlag 2015
178 S., Broschur, 15,5 x 23 cm
ISBN 978-3-938714-49-2
14,90 € (D), 15,50 € (A), 24,90 sFr

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Inhalt

Dominik Kleinen und Cornelia Kühn
Urbane Aushandlungen | Die Stadt als Aktionsraum

Wolfgang Kaschuba
Vom Wissen der Städte | Urbane Räume als Labore der Zivilgesellschaft

Interventionen

Eszter Gantner, Stefan Höffken und Heike Oevermann
Urbane Interventionen und die Transformation des öffentlichen Raumes

Friedrich von Borries
RLF – Das richtige Leben im falschen

Narrative

Christiane Schwab
»Identität« oder »Modernität«? | Ortssemantiken, soziale Positionen und Befindlichkeiten einer Stadt im Widerspruch

Ignacio Farías
Städtisches Leben von und mit Schadstoffen | Materielle Intimität als Einschränkung urbaner Dingpolitik

Inszenierungen

Dominik Kleinen
Umzüge in der Stadt | Historische Festumzüge als re-inszenierende Praxis am Beispiel der 750-Jahr-Feiern in Ost- und West-Berlin

Franka Schneider
Die Lederhosen und Dirndl des Weißen Rössl | Oder: Urbane Dimensionen populärer Vergnügungen in Tracht in Berlin vor 1933

Räume

Cornelia Kühn
»The battle for the streets of Notting Hill« | Aushandlungen um den Notting Hill Carnival in London 1975-1977

Victoria Hegner
Die Magie der Großstadt | Von der (Un)Sichtbarkeit neuer Religionen am Beispiel des neuheidnischen Hexentums in Berlin

Beate Binder
Caféhausimpressionen | Von intimen Öffentlichkeiten, emotionalen Räumen und großstädtischen Erfahrungen

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